Anfangen – endlich! (Nicht immer nur Schreibratgeber lesen)

Noch immer entdecke ich wöchentlich neue Inspirations- und Informations-Quellen zum Thema Schreiben. Ich bin beeindruckt, was es alles an Instituten, Schulen und Akademien für kreatives, literarisches, therapeutisches, erfolgreiches oder gar sichselbstfindendes Schreiben gibt. Und das sind nur die Angebote, die mir etwas verkaufen wollen. Dazu kommen richtig viele richtig gute Blogs und Homepages zur Selbsthilfe und Vernetzung von Bloggern, Selfpublishern und klassischen Autoren. Ich habe fleißig Bookmarks gesetzt, schaffe es aber mittlerweile kaum noch, all die gespeicherten Orte regelmäßig zu besuchen. Vom eigenen Schreiben ganz abgesehen.

Für die Zeit, in der ich aus irgendwelchen Gründen nicht online das Schreiben lernen kann, gibt es eine mit jeder neuen Suche größer werdende Schar an Ratgeberbüchern. Schreibe ich eigentlich gerne in Cafés, frage ich mich dann oder brauche ich eher Werkzeuge für gutes Schreiben? Schreibe ich dicht am Leben oder doch lieber fern davon? Ist das Schreiben für meine Seele oder ist es mein Weg zur kreativen Kraft? Jedes einzelne der Bücher wird gleichermaßen so sehr gelobt und verrissen, dass ich mich auf den Weg in eine echte Buchhandlung mache, um einmal einen eigenen Eindruck zu bekommen. Doch das, was eben noch eine Vielfalt war, schrumpft im Regal auch großer Buchhandlungen zu zwei oder drei mageren Exemplaren zusammen. Eines davon besitze ich schon und von dem anderen weiß ich jetzt, dass es mir nicht gefällt. Bleiben die restlichen 10, 20 oder gar 30. Ist das Schreiben kein attraktiver Markt für eine Buchhandlung? Werden die Bücher zwar gelobt aber doch nicht gekauft? Haben sich alle Schreibratgeberleser heimlich darauf verständigt nur online zu kaufen?

Das ist der Moment, an dem mir klar wird, dass ich mich entscheiden muss, ob ich weiterhin nur über das Schreiben lese und bei jedem neuen Schreibratgeber denke, dass mir genau dieser noch gefehlt hat, oder ob ich endlich anfange selbst zu schreiben. Die allermeisten meiner Blog-Beiträge und die Hälfte des Gartenbuches, an dem ich weiterhin arbeite, sind entstanden, bevor ich begonnen habe diese ganze Wunderwelt aus Ratgebern und Vernetzung zu entdecken. Entweder ist das jetzt alles nur ein erster Entwurf, wie mir die verschiedenen Internet-Seiten von Lektoren erklären, oder ich konnte bereits vor der Entdeckung dieser Schreibunterstützugswelt ein ganz klein bisschen schreiben. Ich brauche zwar noch Übung und den einen oder anderen gern genommenen Tipp, aber ansonsten wird das schon.

All die vielen Ratgeber können eigentlich gar nichts dafür, dass sie mich mehr verwirren, als mich weiter zu bringen. Mir wird klar, dass für mich beim Anblick der Ratgeber auch immer mitschwingt, dass ich das Schreiben erst noch besser, noch ausführlicher, noch intensiver lernen muss, bevor ich selbst etwas kann. Für wen sollten die Bücher sonst geschrieben sein, wenn nicht für jemanden wie mich, der nach vielen Jahren des Zögerns endlich anfängt zu schreiben? Ich aber muss mich selbst entscheiden, ob eine Enzyklopädie aller Schreibratgeber und Online-Schreibkurse erstelle oder selbst etwas erschaffen möchte. Ich wähle das Schreiben und beende die Suche nach der supertollsten Anleitung für kreative Selbstentfaltungs-Erzählungen und verdammt gepushte Romanerfolge.


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