Frühstück in R

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Dem Leben auf der Spur / auf kleinen Gassen / und großen Prachtstraßen, / auf lichten Wegen, / dunklen Nebenstraßen, / Einbahnstraßen und / schnellen Autobahnen, / Innen und außen / führt unsere Spur / manchmal am Leben vorbei

So ging das den ganzen Abend. Mit sicherer Hand griff Markus die schrecklichsten Passagen des Lyrikbandes heraus und tat stundenlang nichts anderes als darüber herzuziehen und sich immer neue Verunglimpfungen auf den Namen des Autors einfallen zu lassen.

Das ist ja wohl die reinste / Sonntagspoesie / Regenwolken nur am Horizont / Von Ferne ein Sturm / Doch vor Augen alles rosarot / Verliebt / Verletzendes nur als Erinnerung

So dichtet er nun selbst. Auch Poeten können am Leben vorbeigehen oder es zumindest so poetisch darstellen, dass es kaum zu erkennen und zum Gebrauch ungeeignet ist. Die auch nicht sinnvollere Begebenheit mit Ottos kotzendem Mops wird dagegen in den höchsten Klee gelobt.

Es nutzte nichts, dass Klaus sagte, er finde die Texte heutzutage genauso überflüssig wie Markus, aber vor 10 oder 15 Jahren hätten sie ihm etwas gesagt und er fände es nicht schlimm, wenn bestimmte Texte einem nicht zu allen Zeiten etwas sagen würden. Viele seiner Jugendbücher würde er jetzt auch nicht mehr lesen wollen, aber er sehe keinen Grund sich der Dinge, die man einmal dachte oder für wichtig hielt heute zu schämen und sie derart lächerlich zu machen. Andrea gab sogar zu, dass ihr die Texte heute noch gefallen. Doch all das war Markus egal gewesen mit der Feinfühligkeit einer Dampfwalze hatte er immer weiter und weiter gehetzt. Schließlich war Karin ins Bett gegangen, Annette ließ sich von Andrea massieren und Klaus hatte sich mit Oropax versehen in seinem Schlafsack zusammengerollt.

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So war das gestern Abend also gewesen und sollte das etwa heute Morgen in der gleichen Weise nur mit leicht veränderten Themen weitergehen? Eigentlich ist Frühstücken eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, aber gleichzeitig gehören auch einige meiner skurrilsten Erlebnisse zu Frühstücken. Schon eine ganze Weile bemerke ich das Rumoren um mich herum, aber ein kurzer Blick aus den Augenwinkeln sagt mir, dass auch Andrea und Carsten noch schlafen. Also nur nicht zu erkennen geben, dass man wach ist. Dennoch tröpfelt schon irgendeine Musik aus den Lautsprechern. Zum Glück nicht allzu laut, aber das heißt wohl, dass irgendwer schon wach ist. Einige Zeit später kommen Karin und Annette aus dem Bad. Victor beschließt dann so nach und nach auch wach zu sein. Er liegt im Wohnzimmer vor dem Esstisch und will mit dem Aufstehen dann doch nicht warten, bis alle um ihn herum wach sind und schon halb am Frühstücken sind, während er ins Bad schlurft. Wie fast jedes Mal wenn er im Bad einer Frau ist, ist er überrascht über die vielen Fläschchen, Tuben, Töpfchen, Stifte. Braucht eine Frau das wirklich alles? Was passiert, wenn sie es nicht hat? Die meisten Frauen, die ich kenne, sehen ganz normal aus. Ich kann sie mir nicht vorstellen, wie sie vor dem Spiegel stehen, mit Düften, Cremes und Farben hantieren und eine Paste nach der anderen aufzutragen, um danach in dem Zustand anzukommen, den andere als Normalzustand kennen. Wer sind die Frauen ohne all diese ergänzenden Zusätze?

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Währenddessen beginnen Clara und Sophie sich in der Küche um die Reste des gestrigen Abends zu kümmern. Petra, die überhauptgarnicht geschlafen hat und seit 7:00 Uhr auf dem Badezimmerfußboden sitzt und meditiert, geht die Spülerei allerdings nicht so recht von der Hand. Sie räumt von rechts nach links und von links nach hinten, aber der Berg der schmutzigen Sachen wird dadurch irgendwie nicht kleiner.

  • Annette meint, ich soll Dich zum Spülen einladen. Sie selbst traut sich nicht.

Jürgen schaut gar nicht wie ein Glücksschwein, aber er kann sich auch nicht ständig vor der Küchenarbeit drücken, denkt er sich wohl und lässt sich von Karin ein Geschirrhandtuch in die Hand drücken.

  • Was pfeifst du da eigentlich?
  • Oh, ich weiß nicht so recht. Das heißt ich weiß es natürlich schon, aber mir geht es oft so, dass ich etwas pfeife und dann erst nachdenken muss, was es eigentlich ist.
  • Vorhin hast du schon einmal „500 Miles“ gepfiffen. Da lief vor einiger Zeit mal eine moderne Version im Radio. Aber mir gefällt das melancholische Original besser.

Ich hasse melancholische Lieder, beendet Rebecca den Dialog, nicht ohne Hauke mit einem freundlichen Lächeln den nächsten abzutrocknenden Teller in die Hand zu drücken. Petra ist irgendwie dann plötzlich verschwunden, was die Sache aber eher erleichtert. Die Küche ist eng und zu zweit kann man sich auf Wege und Handgriffe einigen. Zu zweit zu spülen ist lange nicht so nervig, wie alleine.

  • Wie hälst Du diese ständige Bimmelei bloß aus?
  • Welche Bimmelei?
  • Du wohnst hier direkt neben der Kirche. Ist Dir das etwa noch nicht aufgefallen?
  • Heute nacht habe ich jedenfalls nichts gehört. Und geschlafen habe ich auch nicht, also lass‘ mich gefälligst in Ruhe.
  • Du hast entweder nicht geschlafen oder das Gebimmel nicht gehört. Beides geht irgendwie nicht.

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Aha, Carsten ist also auch aufgestanden. Gleichzeitig wechselt die Sorte der Chormusik und auch die Lautstärke. Jutta ist zwar auch aufgestanden, aber sie ist irgendwie plötzlich verschwunden. Verschwundene Leute scheinen ein prägendes Merkmal dieses Morgens zu sein.

Petra taucht dann doch wieder auf und fängt damit an Eier zu kochen. Allerdings hat Victor so seine leichten Zweifel daran, ob das wohl gut geht. Zum Einen kann man sich nicht recht einigen, ob die Eier nun hart oder weich sein sollen. Und wenn weich, dann wie weich. Außerdem stellt sie keine Uhr neben den Topf, ist aber dennoch ständig noch fünf andere Dinge am kruschteln. Ich fühle mich irgendwie ein Stückweit an den Loriot-Sketch erinnert, den es zum Thema Eierkochen gibt. Sind die Eier nun zufällig, genau 4 Minuten gekocht oder nicht oder wohl oder doch?

  • Sollte die Geschichte nicht vom Frühstück handeln.
  • Hm, ja, eigentlich schon, aber ich dachte die Vorgeschichte sei auch ganz nützlich. Damit man beim Lesen nicht so in die Geschichte hineinstolpert. Außerdem finde ich Joachim gerade dermaßen nervig, dass ich lieber noch ein bisschen warten wollte mit dem eigentlichen Anfang. Oder soll ich einfach ein paar Leute nehmen und sie um den Esstisch setzen und frühstücken lassen?
  • So abrupt vielleicht auch nicht, aber ich habe langsam Hunger?
  • Du meinst also Annette sollte mal langsam den Hörer in die Hand nehmen und fragen wo Bernd und Jaqueline bleiben?
  • Ja, das wär doch schon mal ein Anfang.
  • Neben den verschiedensten erfundenen Erzählungen über den Ausgang der Abends wird sowieso die Frage nach „Musik an oder Musik aus“ den Dialog beherrschen und je eher es beginnt, desto besser ist es vielleicht. Du solltest also langsam aus Deinem Versteck im Schlafzimmer zurück in das Wohnzimmer finden und wenn Joachim lange genug von Cornish begeistert war, dann kann Annette ja telefonieren.

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Joachim ist allerdings noch lange nicht damit fertig von Cornish begeistert zu sein. Gerade setzt er Karin den Unterschied zwischen dem Kribbeln im Bauch bei Verliebtheit und demjenigen beim Stürzen in die endlose Tiefe auseinander.

  • Das Thema einer Singstimme endet plötzlich und wird vom tief darunter liegenden Bass weitergeführt. Das ist wie ein Sturz in die Tiefe. Du hast das Gefühl, dir wird der Boden unter den Füßen weggezogen und unter dir ist einfach nur nichts…
  • Überhaupt finde ich es immer wieder erstaunlich wie sehr die Männerstimmen nur als Dekoration des hoch über der Komposition schwebenden Sopranes dient.
  • Mit Purcell ging es mir ähnlich. Ich war vollkommen überrascht über diese vielfältigen Melodien.
  • Bisher hatte ich aus dieser Zeit nur das „barocke Gefidel“ von Händel gekannt. Das ist zwar ab und an auch ganz nett, aber als ich Purcell hörte gingen mir echt die Ohren auf.
  • Es war auch so, dass eigentlich niemand Purcell kannte. Anfangs fand ich das sehr verwunderlich, aber so nach und nach habe ich mich daran gewöhnt so etwas wie einen eigenen Komponisten zu haben, den nur ich kenne
  • Irgendwann telefonierte ich Annette und sie fragte mich ob das denn etwa Purcell sei was da im Hintergrund bei mir liefe. Neben der Überraschung war ich fast ein bisschen enttäuscht, dass ich jetzt doch jemand gefunden hatte, der Purcell kennt.
  • Vielleicht muss ich mir jetzt einen noch unbekannteren Komponisten suchen. Kürzlich wurde in einem Kinofilm ein Komponist erwähnt, den ich auch noch nie gehört hatte, van den Budenmeyer, vielleicht wäre der ja was für mich.

6

Bernd und Jaqueline hatten eigentlich um 11:00 Uhr zum Frühstück hier gewesen sein wollen. Mittlerweile wartet auch schon alles darauf, sich an den Tisch zu setzen. Hungrig und leicht genervt von der von Joachim immer wieder neu angestellten und immer wieder laut aufgedrehten Chormusik. Wobei alles bzw. alle Andrea, Petra und Jürgen sind. Rebecca folgt den Erklärungen von Joachim, oder auch nicht und Bernd und Jaqueline sind ja eben nicht da. Annette beschließt schließlich bei Bernd anzurufen. Sie unterhält sich dann ausführlich mit Bernds Mutter, die nun also auch in alle Vermutungen über Bernds Verschwinden und sein dazugehöriges Liebesleben eingeweiht ist. Man möchte förmlich während des Telefonates einschreiten und Annette davon abhalten immer weiter zu reden. Nun halt doch endlich den Mund. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Auch in seiner WG ist Bernd nicht. So langsam wird es mystisch und man entscheidet sich dann doch für essen statt warten.

Petra hat, relativ unbemerkt, die dröhnende Chormusik gegen einen regionalen Dudelfunk-Sender gewechselt. Für das Frühstück gerade die richtige Hintergrundmusik. Doch leider hat es Carsten eben doch bemerkt. Er war nur gerade dabei seinen eigenen Ökokäse auszupacken, das einzige was er außer seinem eigenen Müsli essen kann und so hat er nicht sofort die Musik wieder ändern können, aber er holt es jetzt nach.

  • Bei diesem Müsli fällt mir eine Geschichte ein, die mir mal in Holland passiert ist: Wir machten eine Radtour. Als wir noch 10 km zu fahren hatten, habe ich in einem Laden für mein letztes Geld eine besonders gute, aber auch besonders teure Sorte Müsli gekauft. Die Sorte gibt es in Deutschland nicht und ich wollte daher etwas mit nach Hause nehmen. Leider habe ich die Tüte dann aber nicht richtig auf den Gepäckträger geschnallt und kaum 500 Meter später hatte ich eine lange Spur Müsli hinter mir. Das war wahrscheinlich das teuerste Vogelfutter, das in der Gegend je verfüttert wurde.
  • Für die Einen ist es Müsli, für die Anderen das wahrscheinlich edelste Vogelfutter der Welt.
  • Kann es sein, dass du zu viel Werbung schaust?
  • Hm, ich würde sagen „Nicht wirklich“
  • Ist „Nicht wirklich“ ein Synonym von „Eigentlich ja“?
  • Wer hat denn die Silberlöffel zu den Eierbechern gelegt?
  • Das ist mein schönstes Besteck, deshalb habe ich es genommen. Was hast Du denn dagegen.
  • Ich weiß es nicht genau, nur, dass es immer wieder heißt man soll Eier nicht mit Silberlöffeln essen und dass es selbst in Hotels extra Plastiklöffel zu den Eiern gibt, also dachte ich es müsse etwas dran sein an dieser Regel.
  • Das ist alles nur Geschwätz. Die Hausfrauen haben einfach keine Lust ständig Silberlöffel zu putzen, sonst nichts.
  • Solche Sprüche lass‘ aber nicht die Schwestern auf Deiner Station hören, sonst musst Du Dir Deinen scheußlichen Mate-Tee künftig selber brühen.
  • Is‘ ja mal wieder typisch, kaum wagt mal einer die Wahrheit zu sagen, wird einem wieder Frauenfeindlichkeit oder sonst irgendein Müll untergeschoben!

So geht das noch eine ganze Weile weiter. Victor, der als Chemiker die Sache leicht erklären könnte, ist der einzige, der sich nicht an dieser Diskussion beteiligt. Nach einigen der Argumente ist es ihm einfach zu albern.

Die Eier sind natürlich steinhart und mittlerweile auch eher kühl. Karin, die vorhin am Deutlichsten für weiche Eier gestimmt hatte, ist dann aber die einzige, die ihr Ei tatsächlich zu ende isst. Überhaupt ist sie eine der wenigen Lichtblicke an diesem Morgen. Eine stille, nette Person, die sich über ein spätes Frühstück mit Honig und einigen Sorten Marmelade freut.

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Es klingelt. Viertel eins. Axel und Katharina kommen. Die beiden waren zusammen mit Bernd, Michael und Jaqueline gestern Abend schon früher gegangen und möchten nun natürlich etwas über den weiteren Verlauf des Abends hören. Der Abend war eigentlich zu Ende gewesen und hatte sich dann nur noch so dahingeschleppt. Es war überhauptgarnichts mehr passiert. Da das keiner sagt, fängt Jutta an zu fabulieren. Sie macht das gerne und ist oft selbst davon überrascht, wie ernst ihre völlig aus der Luft genommenen Erzählungen genommen werden. So entstehen aus dem Nichts plötzlich stundenlange Debatten über die Rechtschreibreform. Da wird Annettes Entsetzen darüber geschildert, dass der Buchstabe Q abgeschafft werden soll und dass es doch grässlich sei Kwark jetzt mit K schreiben zu sollen.

  • An Filosofie kann ich mich ja gerade noch gewöhnen, auch wenn das auch schon schrecklich aussieht. Weiß der Geier, wer sich diesen Unfug ausgedacht hat.

Auch die Erlebnisse von Joachims Abifete werden problemlos aus den späten neunziger Jahren auf den gestrigen Abend verlegt.

Ab und an wirft der Eine oder Andere mal etwas ein, was diese Mischung aus Wunschtraum und Realität immer enger verwebt. Markus behauptet, dass er die Lyrikdiskussion dermaßen nervig fand, dass er sich mit Oropax versehen in den Schlafsack eingerollt habe und sonst nichts mehr wisse. Das ist wohl eine der sehr wenigen wahren Aussagen zu dem gestrigen Abend.

  • Ist es eigentlich schlimm, dass die Teekanne trielt?

Wenn nicht die allzu offensichtliche Tatsache, dass wir gestern Nacht im strömenden Regen wohl kaum noch eine ausführliche Wanderung gemacht haben, dagegen spräche so hätte Andrea sicherlich auch die Tour zum Alheimer gestern abend stattfinden lassen. Manuela, die gestern überhauptgarnicht da war – doch wieso sich an solch Kleinigkeiten aufhalten? – hatte sich dabei schier die Hüfte ausgerenkt.

  • Für was machst du eigentlich ständig Notizen?
  • Ich weiß es eigentlich auch nicht so recht. Ich liebe die Wörter. Wenn ich solche Dialoge höre, wie gestern Abend zwischen Joachim und Bernd „Klar ist das zum lesen“ „Nein, das sind Gedichte“, dann muss ich mir das einfach aufschreiben. Aber wenn ich dann versuche aus solchen Mosaiksteinchen ein Bild zu machen, dann zerrinnt mir alles zwischen den Fingern oder ich stelle fest, dass diese Idee längst ein anderer hatte. Wenn ich Sätze lese wie „Das Zugfenster gibt der Verlorenheit des grauen Himmels Halt“ oder dann denke ich: so möchte ich auch schreiben können und bin schon froh um ein „Stille, weiße Blüten hocken im Windschatten der Treppenstufen“ oder ein „Auf der Fensterbrüstung tanzt der Regen“ auch wenn ich letztlich selbst damit nichts anzufangen weiß als es schön zu finden.
  • Hast Du dann noch gar nichts von der Stadt gesehen?
  • Ja
  • Hm?
  • Ja, ich habe noch nichts von der Stadt gesehen.

Hauke hatte vor einiger Zeit damit angefangen auf verneinte Fragen logisch zu antworten. Auch wenn er immer wieder feststelle, dass es die Leute verwirrt. Aber er machte das nicht, um irgendjemanden zu ärgern. Es fiel ihm mittlerweile echt schwer auf eine Frage wie Susannes mit „Nein“ zu antworten.

„Carsten“, greift Susanne ihre Märchenstunde nochmal auf, „hatte heute morgen fast keine Stimme mehr. Er war gestern so daneben, dass er mit dem Kopf zuerst im Schlafsack lag und ständig brüllen musste, damit ihn überhaupt einer verstand“.

Doch davon lässt er sich nicht abhalten uns an seiner Begeisterung für Schubert-Lieder teilhaben zu lassen. Auch wenn er später herausgefunden hat, dass die Zeile „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ von Rückert ist.

„Wäre er es doch nur“, denkt Martin, der mittlerweile nur noch genervt ist von Joachims Erzählungen und der von ihm immer wieder auf volle Lautstärke gestellten Chormusik.

  • Jetzt pienz‘ nicht rum. Wenn Dir diese Trällerei nicht gefällt, so unterstütze einfach Annette bei einem ihrer seltenen Versuche selbst zu bestimmen, welche Musik in ihrer Wohnung läuft. Ich glaube sie ist einfach überfordert mit diesem Morgen.
  • Ich pienze nicht rum, ich krieg nur gleich die Krise. So wie damals als ich Markus in diesem Bergdorf im Harz besucht habe. Überall dunkle Wälder und enge Täler und am Ende der Welt. Ich habe echt Platzangst bekommen. Bei mir sind die Ausschläge ins Positive oder Depressive einfach heftiger als der normale Mensch das nachvollziehen kann.
  • Wenn es so schlimm ist kannst Du Dich ja wieder im Schlafzimmer verstecken.
  • Ist „pienzen“ ein Synonym von „nölen“?
  • Gibt es das hier nicht? Ich finde es immer wieder faszinierend festzustellen, wie regional begrenzt manche Ausdrücke sind.

Mit dem Ende von Andreas Phantasieberichten ist auch irgendwie das Frühstück zu Ende. Doch vielleicht ist ja auch das nur erfunden, wer weiß das schon so genau. Kaum einige Momente später war Stimmung gebrochen. Victor blättert in einem Ikea-Katalog. Karin sucht eine Zugverbindung nach Arolsen. In der Küche klappert das Geschirr und Joachim, der keinen mehr hat, dem er von seinen 2001 Schnäppchen vorschwärmen kann, vollführt auf dem Balkon surreale Tanz- und Fechtbewegungen.

 

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