Der Garten, das Schreiben und das Leben, die drei haben ab und zu einen unterschiedlichen Rhythmus.
Das Leben ist Kraft, Sonne, Lebendigkeit, Innigkeit. BeiMirSein. Eigentlich.
Und dann gibt es noch Pflicht, Ziel, MachtManSo, GehörtSichNicht, Berufserfolg, ErfolgreichSein, Sichtbarkeit. Die sind der Zwang, der die Leichtigkeit vertreibt.
Der Garten bleibt für sich. Das Schreiben entdeckt neue Wege. Und das Leben macht sowieso was es will.
Tomaten ausgeizen ist Freude und kein Zwang.
Gelee kochen ist Erfüllung und kein Zeitmanagement.
Der Garten lebt weiter, auch wenn ich mich auf andere Dinge konzentriere. Er wächst, gedeiht und geht dann ein stückweit seine eigenen Wege. So wie ich das auch mache. Aber nun hat er mich wieder abgeholt, von den Wegen, die ich neben ihm her gegangen bin. „Das Leben ist lang und macht viele Schleifen“, schreibt Isabell Allende im Geisterhaus. Ein Satz, der mir in meinem Leben immer wieder begegnet.
Wenn ich auf den besonderen Moment warte, dass das Leben sanft und ausgeglichen zu mir ist, dann bin ich alt und runzelig, bis ich loslaufe. Nicht aus jedem Stein, der im Weg liegt, lässt sich etwas bauen. Manche sind auch wirklich bösartige Hindernisse. Aber die allermeisten liegen einfach nur so herum und wissen selbst nicht, was sie da sollen. Die lohnen kein InSichGehen, kein Fokussieren, die kann ich einfach liegen lassen und meiner eigenen Wege gehen.
Das Gartenschreiben ist zurück!
